
Prof. Dr. Witt
Am 2. März 1927 wurde ich in Berlin-Steglitz als Sohn des Kaufmanns Horst Witt und seiner Ehefrau Gertrud, geborene Schneider, geboren.
Meine Schulausbildung erhielt ich nach dem Besuch der Volksschule in der Luisen-Städt.-Oberrealschule, der späteren Langhans-Oberschule zu Berlin. 1944 erhielt ich von dieser Schule das Zeugnis der Reife.
Nach Ableistung der Arbeitsdienstpflicht wurde ich zur Wehrmacht einberufen und geriet im April 1945 verwundet in russische Gefangenschaft, aus der ich Ende August 1945 entlassen wurde.
Ich arbeitete zunächst als Dolmetscher für Englisch und begann 1946 mit dem Studium der Medizin an der Humboldt-Universität Berlin. An der Freien Universität Berlin legte ich 1952 das ärztliche Staatsexamen mit der Note "sehr gut" ab. Am 19.5.1953 promovierte ich zum Dr. med.
Während meiner Pflichtassistentenzeit war ich im Städt. Wenckebach-Krankenhaus, Berlin-Tempelhof, auf der inneren und chirurgischen Abteilung tätig. Es schloß sich eine Gastarzt-Tätigkeit auf der inneren Abteilung des Hauses an. Im Februar 1955 bekam ich an dem bis dahin von Prof. Robert Rössle geleiteten pathologischen Institut des Wenckebach-Krankenhauses (späterer Chefarzt Prof.Dr. C.J. Lüders) eine planmäßige Assistentenstelle. In diese Zeit fällt die erste wissenschaftliche Arbeit aus dem Gebiet der Neuropathologie.
Seit Juni 1956 arbeitete ich im Zentralen Röntgen-und Strahleninstitut des Städt. Rudolf Virchow-Krankenhaus, des späteren Universitätsklinikums Rudolf-Virchow, Standort Wedding, das zu diesem Zeitpunkt unter der Leitung von Herrn Prof. Cramer und Frau Dr. Liese-Reishaus stand.
1959 erhielt ich die Facharztanerkennung für Radiologie und war anschließend bis 1961 erster Assistenzarzt auf der Abteilung für Therapie und Nuklearmedizin des RVK unter Leitung von Herrn Prof. Dr. Schumacher.
Im Herbst 1959 erhielt ich ein Stipendium des Bundesministeriums für Atomkernenergie für eine Ausbildung auf dem Gebiet der radioaktiven Isotope an den Universitäten Sheffield und Leeds in England.
Nach einer nur vorübergehenden Tätigkeit als Oberarzt im Röntgen-und Strahleninstitut des Städt. Krankenhauses Wilmersdorf war ich vom 15.01.1962 bis zum 01.04.1965 erster Oberarzt des Röntgendiagnostischen Zentralinstituts im RVK. Mit der Pensionierung von Frau Dr. Liese-Reushaus wurde ich am 1.4.1965 zum Dirigierenden Arzt ernannt.
Seit 1952 war ich mit der Fachärztin für innere Medizin, Frau Dr. med. Brigitte Witt verheiratet und habe 2 Kinder. Meine Frau verstarb im Februar 1979 nach einem langen schweren Leiden an einem Carcinom. Mein Sohn Wolfgang (17.03.1954) ist Philologe und hauptberuflicher erster Redakteur beim ZDF in Mainz. Er ist verheiratet, aus dieser Ehe entstammtmein Enkel Maximilian, der am 1.9.1986 geboren wurde. Meine Tochter Claudia Sabine Braun, geborene Witt (12.7.1958) ist mit dem in selbständiger Praxis tätigen Facharzt für Radiologie Wolfgang Braun verheiratet. Aus dieser Ehe entstammen die Zwillinge Frederick und Sebastian. Meine Tochter hat nach ihrem Examen als medizinisch-technische Radiologieassistentin im Universitätsklinikum Steglitz auf der Radiologie gearbeitet und anschließend Jurastudiert. Seit Oktober 1982 bin ich wieder verheiratet. Meine Frau Rita, geborene Mosler, war leitende Fachlehrerin für röntgenologische Diagnostik am Lette-Verein-Berlin.
Am 9. November 1970 habilitierte ich mich für das Fach Röntgenologie underhielt die Lehrbefähigung für dieses Gebiet im Bereich der medizinischen Fachbereiche der Freien Universität. Seit Sommersemester 1971 bis April 1992 hielt ich regelmäßig testatpflichtige Vorlesungen an der Freien Universität. Im Juni 1974 wurde ich zum außerplanmäßigen Professor ernannt.
Im Rahmen meiner wissenschaftlichen Tätigkeit habe ich über 150 Arbeiten aus allen Bereichen der medizinischen Diagnostik veröffentlicht und zahlreiche Vorträge auf Kongressen und bei wissenschaftlichen Gesellschaften im In-und Ausland gehalten. 1968 veröffentlichte ich gemeinsam mit meiner Mitarbeiterin Herta Bürger das Buch " Mammadiagnostik im Röntgenbild ". Es handelte sich damals um das erste in deutscher Sprache erschienene Buch mit röntgendiagnostischen Aufnahmen der Mamma, sogen. Mammographien, in Orginalgröße. Dieses Buch ist in einer zweiten, vollständig überarbeiteten Auflage 1981 erneut im gleichen Verlag erschienen. Mit Schnepper, Schertel und zum Winkel habe ich 1976 im Urban-und Schwartzenberg-Verlag ein Buch über die Xerox-Radiographie veröffentlicht. Dieses Buch ist im gleichen Jahre bei Saunders in Philadelphia, USA, in englischer Sprache erschienen. Gemeinsam mit meinem Kollegen und Freund, dem im März 1996 verstorbenen, Prof. Oshima aus Tokio habe ich anläßlich seiner Gastprofessur in Berlin ein Buch über die Gastrokamera-und Röntgendiagnostik, wieder zusammen mit meiner Mitarbeiterin Bürger, veröffentlicht, das 1972 im Verlag der Gruyter erschienen ist. 1977 erschien das Buch "Röntgenatlas der Kiefer-und Gesichtschirurgie" im Quintessenz-Verlag in Zusammenarbeit mit Gabka und Harnisch. Aus diesen Buchveröffentlichungen sind die Schwerpunkte meiner wissenschaftlichen Arbeit abzuleiten, wobei ich mich insbesondere, sowohl in der Praxis als auch im wissenschaftlichen Bereich, mit dem Mammacarcinom besonders intensiv befaßt habeund eine umfangreiche diagnostische Mammaambulanz an meiner Abteilung unterhielt, die ich nach meiner Pensionierung in der Praxis meines Schwiegersohnes fortführe. Zahlreiche Dissertationen aus allen Gebieten der radiologischen Diagnostik wurden unter meiner Betreuung an meiner Abteilung angfertigt und sind von mir als Referent beurteilt worden.
Seit Wiederbegründung der Kaiserin-Friedrich-Stiftung Berlin habe ich ununterbrochen an den Fortbildungsveranstaltungen dieser Gesellschaft in zahlreichen Kursen und Vorträgen mitgewirkt. Ebenso bin ich seit über 20 Jahren bei der Weiterbildung im Strahlenschutz im Rahmen der Akademie für Arbeitsmedizin Berlin tätig gewesen.
Nach jahrelangen Planungsarbeiten unter meiner Leitung wurde im Mai 1986 das neue Röntgendiagnostische Zentralinstitut des Universitätsklinikums Rudolf-Virchow, Standort Wedding, eingeweiht und in Betrieb genommen. Es war zum damaligen Zeitpunkt in technischer und baulicher Hinsicht, ebensowie in der Geräteausstattung, eines der modernsten und größten Institute in Europa. Von 1981 bis 1983 war ich erster Vorsitzender der Berliner Röntgengesellschaft. Ich bin Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften ,so u.a. der Berliner Medizin. Gesellschaft und gehöre der Gesellschaft für Natur und Heilkunde in Berlin seit vielen Jahren an. Im Rahmen eines Ehrenamtes bin ich beim Oberverwaltungsgericht für die Heilberufe als ehrenamtlicher Richter tätig. Seit 6 Jahren bin ich 1. Vorsitzender der Gesellschaft der Freunde des Deutschen Herzzentrums Berlin e. V.. Im Juli 1992 wurde mir vom Bundespräsidenten von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.